Die Geschichte des Jugendparlaments Horn ist eine Geschichte von Jugendlichen, die nicht darauf gewartet haben, dass Erwachsene für sie entscheiden. Sie haben selbst angefangen.
Alles begann im Herbst 1996, als sich fünf Sozialeinrichtungen des Stadtteils Horn im Jugendarbeitskreis (JAK) Horn/Billstedt zusammenschlossen. Ihr Ziel: die Infrastruktur für Jugendliche im Stadtteil zu verbessern – und zwar gemeinsam.
Im Winter 1997 fand ein erster dreitägiger Jugendworkshop statt. 25 Jugendliche aus verschiedenen Einrichtungen entwickelten Ideen für ihren Stadtteil – und kamen zu einem kühnen Schluss: Sie wollten nicht nur Ideen einbringen, sondern selbst mitentscheiden.
Am 4. Mai 1998 wurden die Ergebnisse dem Jugendhilfeausschuss Hamburg-Mitte präsentiert. Der Vorschlag eines Jugendparlaments mit eigenem Budget von 20.000 DM traf auf offene Ohren – und am 21. September 1998 stimmte der JHA einstimmig zu.
Der Weg vom ersten Gedanken bis zur ersten offiziellen Sitzung dauerte über zwei Jahre – und war geprägt von politischen Verhandlungen, Workshops und dem unermüdlichen Einsatz engagierter Jugendlicher.
Beim ersten Workshop auf dem Jugendhof Scheersberg sammelten die 25 Teilnehmenden über 30 Wünsche für ihren Stadtteil. Viele davon wurden durch das JuPa in den folgenden Jahren Wirklichkeit.
Viele dieser Wünsche wurden Wirklichkeit: Die Inlineskatebahn auf der Horner Rennbahn, Basketballkörbe, Bolzplätze, Fußballturniere, Parties und Kulturveranstaltungen – realisiert durch das JuPa Horn in den Jahren nach der Gründung 1999.
Aus den Protokollen des Gründungsworkshops – ungefilterte Stimmen der Jugendlichen, die das JuPa Horn erfunden haben.
Wir wollen Basketballkörbe aufstellen, die verwahrlosten Plätze an der Horner Rennbahn zu Treffpunkten für Jugendliche machen.
Wir wollen nicht wie die großen Politiker, die immer nur Wahlversprechen machen und nachher nichts tun, sondern ich werde mich richtig für die Jugendlichen im Stadtteil einsetzen.
Wir müssen ein paar derbe Dinger bringen, wo die Leute sagen: 'Guck mal!'
Wenn die Jugendlichen nicht zu uns kommen, dann können wir nichts machen. Wir müssen denen das Gefühl geben: 'Wir sind für euch da.'
Für ein eigenes Gefühl für den Stadtteil – nicht Staatsbürgerschaft oder Volljährigkeit als Zugangsvoraussetzung zur Mitbestimmung orientiert.
Ihr habt ein ganz bestimmtes Bild von diesem Stadtteil vermittelt, ein Bild, das mit den Klischees, die teilweise in der Stadt verbreitet werden, überhaupt nichts zu tun hat. Das finde ich eine ganz hervorragende Sache!
Vier Arbeitsgruppen legten am Wochenende vom 20.–22. November 1998 im Haus am Schüberg die Grundlagen des Jugendparlaments fest.
25 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus 19 Horner Einrichtungen bildeten das erste Jugendparlament Hamburgs. Hier die vollständige Liste aus den Gründungsdokumenten:
Das JuPa Horn war von Anfang an ein Medienthema – weit über Hamburg hinaus. Von der Gründungsidee 1998 über erste Projekte bis zu überregionaler Aufmerksamkeit: ein Querschnitt durch sieben Jahre Berichterstattung.
Die Werte des JuPa Horn wurden 1998 von Jugendlichen erarbeitet. Sie sind in der Satzung festgeschrieben und bis heute die Grundlage aller Arbeit.
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